Aufruf zum STREIKEN


 
Es ist an der Zeit, das Patriarchat elegant zu begraben, bevor es ohnehin laut kreischend zusammenbricht. Daher verweigern wir ab jetzt jegliche Zusammenarbeit, die zur Aufrechterhaltung einer gesellschaftlichen Unordnung dient, in der Männer über den Wert der Arbeit von Männern und Frauen* befinden – wo dann halt leider, – leider kamma nix machen, das war imma schon so – wir lassen uns unsere Kultur nicht wegnehmen ! (kleiner Einschub zum Gaudium) – dass im Österreich der 21. Jahrhunderts, im Jahr 2026 dazu führt, dass Frauen fast 40% weniger Pension erhalten als Männer, dass es mehr Bürgermeister gibt, die Josef heißen als Bürgermeisterinnen, dass wir, wenn wir in diesem Tempo weitermachen, bis 2090 brauchen, um zumindest auf Halbe – Halbe zu kommen. Der skandalösen Tatsachen gibt es noch unzählige mehr in einem Normal, das als nichts anderes bezeichnet werden kann als völlig irr !!
 
Wir streiken ! wir legen unsere bezahlte und unbezahlte Arbeit nieder und verlegen uns statt dessen aufs STÖREN ! STREIKEN ! NIXTUN ! und FEIERN !! Wir feiern einen Tag für Frauen* FLINTA und ihre Verbündeten und Kompliz:innen. Wir sind Viele, wir sind 52% der Menschheit, wir sind stark, wir sind schön, und wir sind da ! Wir lassen uns nicht mehr wegradieren aus Macht und Geschichte, wir lassen uns nicht einnullen. Wir fordern unseren Anteil an Geld, Macht, Zeit – an Teilhabe, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit, und wir fordern noch vieles mehr. Unsere Forderungen liegen zum Großteil seit über 150 Jahren am Tisch, Generationen von Frauen* haben sich daran abgearbeitet und für ihre grundlegenden Menschenrechte gekämpft. Millimeter um Millimeter wurde die Gleichstellung von mutigen Frauen* vorangetrieben. Wir fordern endlich Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen ! Es betrifft die gesamte Gesellschaft, es durchdringt alle Schichten, es durchzieht alle Bereiche unseres Lebens – und es zeigt sich an der Sprache: wir erkennen eine Jede* an ihrer Sprache !
 
Wenn wir Frauen* nun also STREIKEN, und alle zugleich unsere gesamte Arbeit niederlegen, dann wird sich ja zeigen, ob die Arbeit von Frauen* so viel weniger wert ist als die von Männern. Ob dann tatsächlich alles so reibungslos funktioniert wie der anichtsahnende Mann glaubt, der sein Leben lang von Frauen* umsorgt, unterstützt und entlastet wurde. Getragen von Frauen* die elegant im Hintergrund, in der zweiten Reihe Haushalt, Care Arbeit, Kinder und Familie versorgen und ummuttern, während sie uniformiert in den immer gleichen Kostümchen oder gar Talaren der Macht jene Arbeit verrichten, die sie für die eigentliche, die einzig wertvolle und in Geld messbare Arbeit halten. Liebe Verbündete, liebe Kompliz:innen, liebe Frauen* : Vertraut jenen ahnungslosen Männern doch für eine Weile einmal ungeschützt und unbemuttert die tatsächlichen Realitäten von Kinderbetreuung, Care Arbeit, Essen kochen, Haushalt führen, Organisatorisches erledigen … usw … an. Wie lang diese Weile sein kann und / oder muss – das muss jede für sich selbst definieren und entscheiden.
 
Wir haben nun mehr als 150 Jahre geredet, argumentiert und diskutiert, Vorschläge gemacht, Gesetze entworfen, Beiträge geleistet um in der Gleichstellung von Männern und Frauen* um nur weniges weitergekommen zu sein. Jetzt streiken wir ! Und wenn es sein muss streiken wir lange ! So lange es eben dauert die Gleichstellung zu erreichen. So lange, bis alle unsere Forderungen erfüllt sind.